Unterhaltspflichtige müssen ab 1. August 2015 nach der Düsseldorfer Tabelle mehr für Kinder zahlen!

Die „Düsseldorfer Tabelle“ legt fest, wie viel Unterhalt für Kinder zu zahlen ist, wenn eine Ehe geschieden ist, oder die Eltern getrennt leben. Ab dem 1. August 2015 bekommen diese Trennungskinder mehr Geld zugesprochen. Dies legte das OLG in Düsseldorf seit über fünf Jahren wieder mit einer neuen Bemessung an.

Es hatte in den Jahren davor nur zweimal eine Erhöhung des Selbstbehaltes für Väter oder Mütter, die zahlungspflichtig sind, gegeben. Hierbei wurden die Summen heraufgesetzt, die nicht für den Unterhalt der Kinder abgezogen werden können. Jetzt hatte Familienrichter Jürgen Soyka, einer der Herausgeber der Tabelle, vom Oberlandesgericht in Düsseldorf erklärt, dass nunmehr der zu errechnende Betrag für Kinder angehoben wurde. Durchschnittlich sind dies circa 3.3 Prozent.

Die ab August zugrunde liegende Tabelle stützt sich auf den mittlerweile gestiegenen Kinderfreibetrag im Jahr 2015 in Höhe von 4512 Euro. Bemisst man nun das Alter von Kindern zwischen sechs und elf Jahren liegen dem monatlich 376 Euro zugrunde.

Jüngere Kinder erhalten weniger zugerechnet, ältere Kinder mehr- der Unterhalt bemisst sich an dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen.

Feststeht, das es zum 01.Januar 2016 eine neue Veröffentlichung der Düsseldorfer Tabelle mit wiederum erhöhnten Beträgen geben wird.

Der Kinderfreibetrag in der Steuer für den Minimumbedarf eines Kindes wird dann wieder um 96 Euro auf 4608 Euro steigen.

Folgendes müssen Unterhaltspflichtige wissen: derjenige, bei dem sich das Kind nicht ständig aufhält, sprich wohnt, ist vor Gesetz zum „Barunterhalt“ verpflichtet nach § 1612a BGB. Diese Grundlage ändert sich, wenn das Kind das 18. Lebensjahr erreicht oder sich im Studium befindet. Dann wiederum sind beide Elternteile verpflichtet, den Unterhalt für das gemeinsame Kind zu gewährleisten. Dies setzt jedoch auch die Leistungsfähigkeit des Einzelnen voraus.

Wonach berechnet sich der Mindestunterhalt für ein Kind? Zunächst richtet sich der Mindestunterhalt nach dem doppelten Kinderfeibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG. Momentan beläuft sich der Unterhalt auf 4.512 Euro, zugrunde liegend 2.256 Euro x 2 im Jahr.

Für Altersstufen bis zum 6. Lebensjahr bei 328 Euro, bis zum 12. Jahr 376 Euro, bis zum 18. Lebensjahr 440 Euro und ab dem 18. Lebensjahr stehen dem Kind 504 Euro zu.

In der Düsseldorfer Tabelle gibt es zehn Einkommens- und vier Altersstufen. Hat der Unterhaltspflichtige ein höheres Einkommen, so verbleit ihm auch ein höherer Betrag. Dieser ist beziffert als der sogenannte „Bedarfskontrollbetrag“ (Multiplikation des Mindestunterhalts mit dem entsprechenden  Prozentsatz ergibt sich die Höhe des Unterhaltsanspruchs)

Der derzeitige Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige steht bei zu bedürftigen Kindern bis zum 21. Lebensjahr bei 1.080 Euro. Ist ein Elternteil nicht erwerbstätig und bezieht Leistungen vom Staat, so steh dieser Selbstbehalt bei 880 Euro. Für volljährige Kinder gilt ein Betrag von 1.300 Euro.

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine bundesweit anerkannte Richtlinie im Unterhaltsbedarf. Das OLG Düsseldorf stellt diese Tabelle in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Familiengerichtstag in ständiger jährlicher Aktualisierung auf.

Die Originaltabelle ist für jeden im Internet einsehbar.

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