Rechtsanwalt Dortmund/ Widerruf einer Schenkung: Objektive und subjektive Voraussetzungen

Ob zum Geburtstag, an Weihnachten oder einfach nur als kleine Aufmerksamkeit… Jeder von uns hat bereits etwas verschenkt.

Aber wie ist zu verfahren, wenn man die Schenkung rückgängig machen möchte?

Mit dieser Problematik hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem Urteil vom 22.10.2019 – X ZR 48/17 beschäftigt:

Grundsätzlich ist der Widerruf einer Schenkung wegen groben Undanks gemäß § 530 BGB möglich.

Hierbei legte der BGH dar, dass eine umfassende rechtliche Erläuterung nicht erforderlich ist.

In der Erklärung muss der Sachverhalt insoweit ausgeführt werden, dass der Beschenkte diesen von anderen Ereignissen differenzieren kann. Außerdem muss die Jahresfrist gemäß § 532 BGB gewahrt werden.

Aus umgekehrter Hinsicht soll der Beschenkte anhand der Erklärung entnehmen können, welche anderen Vorfälle den Schenker nicht zu einem Widerruf bewegt haben.

Objektiv ist nach § 530 BGB für den Widerruf notwendig, dass eine Verfehlung des Beschenkten mit einem Ausmaß von gewisser Schwere vorliegt.

Im Zweifel kontaktieren Sie bitte einen Rechtsanwalt.

Subjektiv muss es der Verfehlung ein erhebliches Maß an Dankbarkeit des Beschenkten mangeln, mit welcher der Schenker rechnen dürfte.

Überdies sind aus subjektiver Perspektive auch emotionale Gesichtspunkte für den Widerruf zu berücksichtigen. Zu differenzieren ist hierbei auch zwischen Handlungen aus Affekt oder ob der Beschenkte sein Verhalten geplant und wiederholt betätigt hat. Auch eine bestehende Abneigung ist einzubeziehen.

 

Mithin ist der Widerruf einer Schenkung möglich, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

 

Bei weiteren Fragen zum Widerruf einer Schenkung hilft Ihnen die Kanzlei Patra gerne weiter.

Sie können uns gerne telefonisch oder per Kontaktformular kontaktieren.

By |2020-03-05T15:20:13+00:00März 5th, 2020|Urteile|0 Comments

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